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Fakten statt Mythen zur Gebäude­sanierung

Die Deutsche Umwelthilfe will die Debatte um die energetische Gebäudesanierung versachlichen.

Dichtung und Wahrheit über die energetische Sanierung

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat in einer aktuellen Veröffentlichung die Notwendigkeit der energetischen Sanierung betont. Zugleich räumt der Umweltverband um den Bundesvorsitzenden Prof. Dr. Harald Kächele mit den wichtigsten Vorurteilen zu diesem Thema auf. Erklärtes Ziel des Papiers ist es, Hausbesitzern sachlich richtige Informationen zu vermitteln.

Enorme Einsparpotenziale bleiben ungenutzt

„Energetische Gebäudesanierung – Wider die falschen Mythen“ lautet der aussagekräftige Titel der Veröffentlichung. Ausgangspunkt der Umweltexperten ist die Tatsache, dass die enormen Potenziale im Gebäudebestand zur Energie- und CO₂-Einsparung nicht annähernd genutzt werden. Dazu tragen auch die zahlreichen Irrtümer und Falschmeldungen bei, die nach wie vor durch die Medien geistern. Hausbesitzer sollten sich davon nicht verunsichern lassen und am Entschluss zu einer energetischen Modernisierung festhalten.

Einer der Gründe: Weit verbreitete, falsche Vorurteile

„Energetische Sanierungsmaßnahmen werden meist unter dem Aspekt von ‚Risiken’ und finanziellen Lasten diskutiert. Faktoren wie Wohnkomfort und klimapolitischer Nutzen werden allenfalls beiläufig behandelt“, heißt es einleitend in der DUH-Publikation. Auf den Prüfstand stellen die Autoren anschließend die gängigen Vorurteile u. a. zu Wirtschaftlichkeit, Brandschutz, Schimmelbildung, Ökobilanz, Denkmalschutz, Haltbarkeit und Entsorgung von Dämmstoffen sowie der Kosten-Nutzen-Abwägung einer Sanierungsmaßnahme.

Mythos #1: Fassadendämmung erhöht die Brandgefahr!

Ein Klassiker unter den „Mythen“ lautet „Wärmedämmung ist brandgefährlich“. Die DUH spricht in ihrer Analyse der in den Medien diskutierten Bauvorhaben von Einzelfällen, deren Besonderheiten „regelmäßig unerwähnt“ geblieben seien. „Werden Dämmmaßnahmen professionell und unter Beachtung der geltenden Brandschutzbestimmungen ausgeführt, besteht also gerade keine erhöhte Brandgefahr. Im Gegenteil: Die Verwendung zugelassener Materialien und der sachgerechte Einbau der Wärmedämmung sind wichtige Elemente zum Brandschutz und tragen zur Feuersicherheit bei“, lautet das Fazit der DUH.

Mythos #2: Fassadendämmung ist nicht dauerhaft!

Ein weiterer „Klassiker“ unter den Mythen ist die Aussage „Fassadendämmung hält nicht lange“. Dem setzt die DUH die Langzeitstudie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP) entgegen, aus der hervorgeht, dass Fassaden mit Dämmsystemen hinsichtlich ihrer Lebensdauer nicht schadensanfälliger sind als ungedämmte Fassaden. Außerdem konnte die Behauptung widerlegt werden, dass gedämmte Fassaden bei mechanischer Einwirkung leichter Schaden nehmen als konventionell verputzte Außenwände.

Mythos #3: Dämmen lohnt sich nicht!

Zur Wirtschaftlichkeit heißt es bei der DUH, dass sich entgegen der weit verbreiteten Meinung Dämmmaßnahmen energetisch in kurzer Zeit amortisieren. Die Kosten für Wärmeenergie seien seit dem Jahr 2000 zudem rasant gestiegen und ein Ende dieser Entwicklung nicht abzusehen – eine Sanierung sei künftig also noch rentabler.
Weitere Mythen, z. B. zu Schimmel, Ästhetik und Ökobilanz sowie die Fakten dazu finden Sie im Papier der Deutschen Umwelthilfe, das Sie hier herunterladen können!

So viel zu den Mythen… Das sind die Fakten:

Der Gebäudesektor ist laut DUH und FIW für rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland verantwortlich. Obwohl etwa ein Viertel aller ausgestoßenen CO₂-Mengen in der Bundesrepublik auf die Erzeugung von Raumwärme entfielen, seien von den circa 18 Millionen Wohngebäuden in Deutschland ungefähr 75 Prozent kaum oder gar nicht energetisch saniert. Erst im Juli 2014 habe die Europäische Kommission gegen Deutschland und rund zwanzig weitere Mitgliedstaaten Vertragsverletzungsverfahren wegen der noch ausstehenden Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie in nationales Recht eingeleitet. Die Frist für die Bundesregierung sei bereits (am 22. September 2014) abgelaufen, ohne dass die Richtlinie umgesetzt worden sei.

Fazit: Es gilt zu handeln!

Es gibt also akuten Handlungsbedarf: „Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir dringend konkrete und wirksame Maßnahmen im Gebäudebereich“, sagt Dr. Peter Ahmels, Leiter Energie und Klimaschutz bei der Deutschen Umwelfhilfe. „Es ist unklar, wie die Bundesregierung die EU-Energieeffizienzrichtlinie umsetzen und die im Energiekonzept festgelegten Ziele bis 2020 erreichen will."
Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V., Mythen der energetischen Gebäudesanierung. Die Infoschrift können Sie hier herunterladen. Für weitere Informationen besuchen Sie www.DUH.de.



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09.11.2016 16:18:16