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WELTKLIMARAT: SCHNELLES HANDELN NÖTIG

Der bisher umfassendste Bericht des Weltklimarats belegt: Die "Weltgemeinschaft" muss jetzt "ernst" machen und die Kohlendioxidemissionen massiv reduzieren.


AB ZWEI GRAD CELSIUS ERDERWÄRMUNG DROHEN IRREVERSIBLE SCHÄDEN

"Schnelle, weitreichende und nie dagewesene Veränderungen" in allen Bereichen der Gesellschaft: Nur unter dieser Voraussetzung ließe sich die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad begrenzen, so die Kernthese des aktuellen Sonderberichts des Weltklimarats.

 

Aktuell liegt die Erwärmung der Erde bei etwa einem Grad Celsius. Und schon heute häufen sich Wirbelstürme, steigt der Meeresspiegel, kommt es öfter zu Überflutungen und das Eis in der Arktis schmilzt. Doch was wäre, wenn die Temperatur gegenüber der vorindustriellen Zeit auf 1,5 oder gar zwei Grad Celsius ansteigen würde? Das waren die Fragen, die sich der Weltklimarat nach der Weltklimakonferenz in Paris in 2015 stellte. Die Ergebnisse des Anfang Oktober 2018 veröffentlichten Sonderberichts, an dem 91 Autoren aus 40 Staaten mitgewirkt haben, sind ernüchternd:

  • Während bei einer Erwärmung der Erde um 1,5 Grad Celsius der Arktische Ozean im Sommer lediglich einmal pro Jahrhundert frei von Meereis bleibt, ist das bei einer Erwärmung von zwei Grad Celsius schon mindestens einmal pro Dekade der Fall.

  • Bei einer Erwärmung von 1,5 Grad Celsius würden die Korallenriffe um 50 bis 70 Prozent abnehmen, während bei einer Erwärmung um zwei Grad praktisch alle Korallen absterben würden.

  • Erwärmt sich die Erde um zwei Grad, steigt der Meeresspiegel bis Ende des 21-ten Jahrhunderts um etwa 40 Zentimeter bis zu 80 Zentimetern. Bei einer Erwärmung um 1,5 Grad Celsius würde diese Erhöhung um zehn Zentimeter geringer ausfallen. Besonders für die Inselstaaten, die das Pariser Klimaabkommen 2015 unterzeichnet haben, kann dieser Unterschied wichtig werden.




Der Sonderbericht ist ein Appell an die Politik und Gesellschaft, sich nicht zurückzulehnen.

Dr. Hans Schipper, Leiter des Süddeutschen Klimabüros, Institut für Meteorologie und Klimaforschung, Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Karlsruhe



OZEANE SPEICHERN WÄRME ÜBER HUNDERT JAHRE

Während seit der Weltklimakonferenz 2009 das 2-Grad-Ziel ausgegeben wurde, dominiert seit Paris die Diskussion um das 1,5-Grad-Ziel, dessen Untersuchung die durch ansteigende Meeresspiegel besonders betroffenen Inselstaaten zur Bedingung für die damalige Unterschrift unter das Pariser Klimaschutzabkommen gemacht hatten. "Der Sonderbericht ist ein Appell an Politik und Gesellschaft, sich nicht zurückzulehnen", erläutert Dr. Hans Schipper. "Steigt die Durchschnittstemperatur weltweit auf über zwei Grad, sind die Folgen schlecht zu beherrschen und teilweise irreversibel", erläutert der Leiter des Süddeutschen Klimabüros am Institut für Meteorologie und Klimaforschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Karlsruhe. Dann droht die Gefahr, dass etwa Grönland eisfrei würde, was sich selbst durch sofortigen Kohlendioxidstopp nicht rückgängig machen ließe. Hinzu kommt, dass die Ozeane gigantische Wärmespeicher sind. Während heute jeweils etwa ein Viertel des Kohlendioxids von Ozeanen und Pflanzen aufgenommen wird und nur die Hälfte in der Atmosphäre verbleibt, ändert sich das bei zunehmenden Temperaturen. "Wärmeres Wasser nimmt weniger Kohlendioxid auf, wodurch es zu einer höheren Konzentration in der Atmosphäre kommt. Das führt wiederum dazu, dass sich die Erde weiter erwärmt – ein Teufelskreislauf", erläutert Schipper. Und sind die Ozeane erst einmal aufgewärmt, kann es über hundert Jahre dauern, bis diese gespeicherte Wärme an die Atmosphäre wieder abgegeben wurde.


Die Grafik zeigt die Entwicklung der Temperatur in den vergangenen Jahrzehnten und verdeutlicht, wie sich die Erderwärmung künftig entwickeln könnte. Für den Fall, dass die definierten Ziele von 45 Prozent Einsparung an Kohlendioxid bis zum Jahr 2030 eingehalten werden und ab 2055 kein neues Kohlendioxid mehr die Umwelt belastet, ist etwa mit einer Erwärmung um maximal 1,7 Grad Celsius zu rechnen. Für den Fall, dass sofort radikale Maßnahmen zur Reduktion ergriffen werden, ist denkbar, dass die Erderwärmung in etwa auf aktuellem Niveau gehalten wird. Werden die im Pariser Klimaabkommen von 2015 definierten Ziele nicht eingehalten, droht die Erwärmung auf über zwei Grad Celsius.
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Temperatur in den vergangenen Jahrzehnten und verdeutlicht, wie sich die Erderwärmung künftig entwickeln könnte. Für den Fall, dass die definierten Ziele von 45 Prozent Einsparung an Kohlendioxid bis zum Jahr 2030 eingehalten werden und ab 2055 kein neues Kohlendioxid mehr die Umwelt belastet, ist etwa mit einer Erwärmung um maximal 1,7 Grad Celsius zu rechnen. Für den Fall, dass sofort radikale Maßnahmen zur Reduktion ergriffen werden, ist denkbar, dass die Erderwärmung in etwa auf aktuellem Niveau gehalten wird. Werden die im Pariser Klimaabkommen von 2015 definierten Ziele nicht eingehalten, droht die Erwärmung auf über zwei Grad Celsius.

KOHLENDIOXID UNTER DIE ERDE VERBANNEN


Doch sieht Valerie Masson-Delmotte, Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe I des Sonderberichts, dass "auf der Welt bereits einige der Maßnahmen genutzt werden, die nötig wären, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen." Dazu gehört beispielsweise das Carbon-Dioxide-Capture-Storage (CCS)-Verfahren, mit dem Kohlendioxid direkt am Kraftwerk abgespalten und unterirdisch eingelagert wird. 

Klar ist: "Industrieprozesse werden künftig mit weniger Kohlendioxid auskommen und die Energie vermehrt aus regenerativen Energiequellen stammen müssen und schonender mit Energie umzugehen", ist sich Klimaforscher Schipper sicher. Dazu gehört seiner Ansicht auch, etwa Gebäude so zu gestalten oder zu modifizieren, dass sie weniger Energie benötigen. Die sind in Deutschland immerhin für ein knappes Drittel aller Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Der Ausstoß an Treibhausgasen in Deutschland hat sich zwar in den letzten zehn Jahren um acht Prozent verringert, stagniert auf diesem Niveau (905 Tonnen Kohlendioxid) allerdings seit vier Jahren.



15.11.2018 21:16:27