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AUFDOPPELN
STATT ABREISSEN

Eine alte Wärmedämmung muss nicht nutzlos sein. Viele Systeme lassen sich aufdoppeln und werden so noch effizienter.


WAS BEDEUTET AUFDOPPELN?

Wird ein Wärmedämm-Verbund­system (WDVS) aufgedoppelt, verstärkt man den Wärmeschutz, indem man ihn nicht entfernt, sondern weitere Schichten hinzufügt. Quasi verdoppelt dient der alte Wärmeschutz als Untergrund für eine zusätzliche Fassadendämmung.

 

Wärmedämm-Verbundsysteme gibt es seit Jahrzehnten. Schon bevor der Gesetzgeber mit der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 begonnen hat, eine verbindliche Grundlage zur Energieeinsparung zu schaffen, wurden Häuser gedämmt. Die Rahmenbedingungen waren damals natürlich ganz andere als heute: 1976 kostete ein Liter Normalbenzin umgerechnet knapp 45 Cent, ein Liter Heizöl weniger als 20 Cent. Die erste sogenannte Ölkrise 1973 und ein weiterer deutlicher Preisschub Ende der 70er Jahre machten Autofahrern und Hausbesitzern jedoch klar, dass am Energiesparen kein Weg vorbeiführt. Daran hat sich bis heute nichts geändert.


WELCHE VORTEILE BIETET EINE WDVS-AUF­DOPPLUNG?

Dämmung verstärken und noch mehr Energie sparen

Verschiedene Langzeitstudien an alten Gebäuden haben ergeben, dass die seinerzeit montierten Dämmsysteme zwar noch gut in Schuss sind und für sich genommen nach wie vor funktionieren. Allerdings wird ihre Dämmwirkung den modernen Ansprüchen nicht mehr gerecht.

Dämmsysteme aus den 1970er und 1980er Jahren wurden in einer durchschnittlichen Plattenstärke von 40 bis 80 mm verarbeitet. Wenn das Haus damals fachmännisch gedämmt wurde, besteht keine Notwendigkeit, die alte Dämmung heute von der Wand zu nehmen. Zeitgemäße Ansprüche an Energieeffizienz und Technik lassen sich auch ohne den Rückbau alter Systeme erreichen, indem man einfach auf die vorhandene Dämmung ein zweites System installiert.


Aufdoppeln: Schont Ressourcen und Geld

Der Fachmann nennt das Verfahren “Aufdoppeln”, wenn eine Verstärkung der Altsysteme deren Wirksamkeit und damit die Energieeffizienz des Gebäudes verbessert – und dies bei geringeren Kosten als bei einem Komplettaustausch der vorhandenen Dämmung.

Wohnkomfort und Fassadenoptik werden verbessert. Gerade wenn ohnehin Instandhaltungsarbeiten am Außenputz oder ein neuer Anstrich geplant sind, kann Aufdoppeln ein probates Mittel für mehr Energieeffizienz sein. Auch die Umwelt profitiert dabei, da durch die Weiternutzung der vorhandenen Dämmung wertvolle Ressourcen geschont werden. Die modernen Anforderungen an Feuchte-, Brand-, Schall- und Wärmeschutz werden bei diesem Verfahren durch Integration des Altsystems in die neue Dämmung voll und ganz erfüllt.




Energieberater zeigt Möglichkeiten auf

Ob die vorhandene Wärmedämmung für eine Ertüchtigung geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So sollte vorab das Altsystem auf seine Intaktheit kontrolliert, eventuell vorhandene Mängel beseitigt werden. Standsicherheit und Tragfähigkeit sowohl der Wand als auch des Alt-WDVS sind gründlich zu überprüfen. Wichtig ist zudem ein stabiler Untergrund: Standsichere Altsysteme sollten auf Beton oder Mauerwerk verklebt beziehungsweise verklebt und gedübelt sein.

In Kombination mit schienenbefestigten WDVS ist eine Aufdopplung nicht anwendbar. Ebenso scheiden eine Befestigung ohne Verdübelung des Gesamtsystems sowie eine mehrfache Aufdopplung aus. Schließlich muss das Baurecht gemäß der jeweiligen Landesbauordnung beachtet werden. Viele Fragen also, die genau beleuchtet werden wollen. Unterstützung erhalten Hauseigentümer bei Fachbetrieben und Energieberatern vor Ort.



Ein qualifizierter Energieberater kennt die technischen und finanziellen Voraus­setzungen, um Ihre alte Wärme­dämmung effizienter zu machen.


17.08.2017 16:04:18