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VERURSACHT FASSADENDÄMMUNG ALGEN?

Algen sind ein weitverbreitetes Problem – auf gedämmten wie ungedämmten Fassaden. Akzeptieren muss man es deswegen nicht.


WIESO BILDEN SICH ALGEN?

Es gibt viele Ursachen für grüne oder schwarze Verfärbungen an Fassaden, wie zum Beispiel Algen, Pilze, Moos oder Flechten. Alle gehören zu den sogenannten Mikroorganismen: Sie siedeln sich an den Wänden an und breiten sich von da weiter aus. Ob es sich dabei um eine einfach verputzte, eine gedämmte oder eine massive Steinfassade handelt, spielt keine Rolle.

 

Sind gewisse Grundbedingungen erfüllt, können sie sich auch unter härtesten Bedingungen vermehren – wahre Überlebenskünstler eben. Einer der Hauptauslöser für Algenbewuchs ist Feuchtigkeit: Sind die Fassaden etwa durch nicht fachgerecht abgeleitetes Regenwasser oder häufig auftretendes Tauwasser dauerhaft feucht, werden so für Algen optimale Lebensbedingungen geschaffen. Aber auch andere Kriterien begünstigen das Wachstum. Dazu zählen etwa der gestiegene CO2-Gehalt in der Luft, der das Algenwachstum beschleunigt, die Beschaffenheit der Oberflächen, die herrschenden Temperaturen, die Ausrichtung der Fassade, die Nähe von Bäumen und Sträuchern oder die geographische Region, in der das Haus steht.



Algen sind zunächst ein ästhetisches Problem. Die Gefahr, dass sie sich auf Oberflächen bilden, ist bei bestimmten Bauweisen geringer, aber nicht vollständig vermeidbar.

Prof. Dipl.-Ing. Matthias Zöller, Architekt




Generell beschleunigt Feuchtigkeit das Wachstum von Algen. So kann eine Nord- oder West-Ausrichtung der Fassade oder die Nähe zu Wäldern den Bewuchs begünstigen. Ein guter Schutz der Fassade vor Regen durch ausreichende Dachüberstände und Tropfkanten an den Fensterbänken vermindert das Risiko für Algenbewuchs – egal ob mit oder ohne Fassadendämmung.

So können Details in der Planung, bei der Ausführung und der Materialauswahl sowie in der Nutzungsphase das Risiko von Algenbefall deutlich reduzieren. Ein großer Teil der Verunreinigung an Fassaden resultiert dabei nicht aus der Tatsache, dass ein Wärmedämm-Verbundsystem angebracht ist. Vielmehr gelangen Algen und Pilze durch konstruktive Schwachstellen und externe Einwirkung auf die Fassade und breiten sich dort weiter aus.





SO VERHINDERN SIE ALGEN AUF DER FASSADE

Um Algenbefall an der Fassade bestmöglich zu verhindern, bieten die Dämmsystem-Hersteller Oberputzsysteme mit unterschiedlichen Wirkungsweisen an. Alle jedoch haben zum Ziel, Algenbefall an der Fassade deutlich zu reduzieren oder komplett zu vermeiden. Es gibt z. B. wasserabweisende (hydrophobe) Oberputze, die bewirken, dass anfallendes Wasser an der Putzoberfläche kaum Halt findet, und dadurch der Alge die wichtigste Lebensvoraussetzung entziehen. Auf Produkte mit umweltschädlichen Bioziden müssen Hausbesitzer dabei nicht zurückgreifen. Viele Putze und Farben verhindern den Algenbewuchs mit mineralischem und hydroaktivem Aufbau, der das Abtrocknen der Fassade erleichtert.

Andere Putzsysteme haben den Effekt, dass anfallendes Wasser förmlich "aufgesaugt" (hydrophile Putze) und so die Oberfläche trocken gehalten wird. Auch hier wird der Alge die Lebensvoraussetzung Wasser entzogen. In trockenen Phasen wird das von der Putzschicht aufgenommene Wasser dann per Verdunstung wieder an die Umwelt abgegeben.

Bäume und Sträucher sollten nicht zu nah am Haus gepflanzt werden. Sie halten die Sonne fern und sorgen für feuchte Wände, auf denen sich Algen besonders gut vermehren können.

Welche Art von Oberputz die richtige ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Da spielt die Wahl des gesamten Dämmsystems ebenso eine Rolle wie die örtlichen Verhältnisse am Baukörper sowie in seinem direkten Umfeld. Ein erfahrener Planer oder Fachhandwerker kann die individuelle Situation genau beurteilen und schlägt Ihnen die sinnvollsten Maßnahmen gegen Algenbewuchs vor.



Algenbildung auf Fassaden ist ein allgemeines Problem und tritt an gedämmten wie ungedämmten Fassaden auf, wie man an denkmalgeschützten, massiven Steinfassaden sehen kann.

Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm vom Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW)


20.05.2019 15:34:03