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DIE BUNDESFÖRDERUNG FÜR EFFIZIENTE GEBÄUDE

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützen Hausbesitzer bei der Sanierung mit Zuschüssen und Krediten.


FÖRDERMITTEL DES BUNDES

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bündelt die Zuschuss- und Kredit-Förderprogramme von KfW und BAFA und unterteilt diese in die BEG WG (Wohngebäude) und die BEG EM (Einzelmaßnahmen). Damit erleichtert sie Hausbesitzern den Zugang zu den Fördermitteln des Bundes und macht die energetische Sanierung der eigenen vier Wände noch attraktiver.

 

Die flächendeckende Dämmung unserer Gebäude ist eine wichtige Maßnahme, um nachhaltig Energie einzusparen spielt daher zum Erreichen der Klimaziele eine entscheidende Rolle. Damit dies gelingt, müssen die richtigen Anreize für den Hausbesitzer geschaffen werden. Ein wichtiges Argument pro Wärmedämmung ist daher neben aktivem Klimaschutz die attraktive Förderlandschaft. Auf Bundesebene zählt hier die Bundesförderung für effiziente Gebäude von KfW und BAFA zu den zentralen Elementen. Während das BAFA energetische Einzelmaßnahmen mit großzügigen Zuschüssen fördert, können Kredite für Einzelmaßnahmen und Komplettsanierungen sowie Zuschüsse für Effizienzhaus-Sanierungen bei der KfW beantragt werden. Im Zuge dessen erhalten Hausbesitzer für einzelne Maßnahmen wie etwa eine Dämmung 20 % der förderfähigen Kosten in Form eines Investitionszuschusses vom BAFA bzw. als Tilgungszuschuss 20 % der Darlehenssumme von der KfW. Der Investitionszuschuss sowie der Tilgungszuschuss bei Krediten für Komplettsanierungen richtet sich hingegen nach dem "Energieniveau", welches das Haus mit den geplanten Maßnahmen erreichen wird. Dabei gilt: Je höher der energetische Standard nach der Sanierung ist, desto mehr Geld erhalten Hausbesitzer.


DIESE VORTEILE BIETET DIE BEG

  • Hohe Zuschüsse, niedrige Zinsen (0,75 %) und eine lange Zinsbindung (10 Jahre) machen eine Dämmung attraktiv wie nie.
  • Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden.
  • Dank des hohen Maximalbetrags deckt der Förderkredit der KfW die Ausgaben für die Sanierung vollständig ab.
  • Der Kredit wird bereits vor der Sanierung ausgezahlt. Damit entstehen für den Hausbesitzer fürs erste keinerlei Kosten. Nur der Tilgungszuschuss wird erst im Anschluss an die Dämmung ausgeschüttet.
  • Die Kosten für die Baubegleitung durch einen qualifizierten Energieberater werden bezuschusst.
  • Die teilweise Deckung des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien sowie die Sanierung gemäß individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) werden mit einem Bonus belohnt.

DAS ANGEBOT DER KFW IM ÜBERBLICK



DAS MÜSSEN SIE WISSEN

  • Die BEG fördert ausschließlich energetische Maßnahmen für Gebäude, deren Bauantrag bzw. Bauanzeige zum Zeitpunkt des Förderantrags mindestens 5 Jahre zurückliegt.
  • Für Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, gelten eigene Effizienz-Standards.
  • Erst nach Beantragung der Bundesförderung darf mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Der Vertragsabschluss mit einem Fachbetrieb zählt bereits als Beginn.
  • Der Energieberater muss noch vor Antragstellung eine technische Projektbeschreibung (TPB) für die BAFA-Förderung bzw. eine Bestätigung zum Antrag (BzA) für die Förderungen der KfW ausstellen.
  • Der Investitions- bzw. Tilgungszuschuss zum Kredit erhöht sich zusätzlich um 5 %, wenn die energetische Sanierung gemäß eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) durchgeführt wurde.
  • Werden nach einer Komplettsanierung mindestens 55 % des Energiebedarfs fürs Heizen und Kühlen durch erneuerbare Energien abgedeckt, erhöht sich der Investitions- bzw. Tilgungszuschuss zum Kredit um 5 % (Erneuerbare-Energien-Klasse).




INVESTITIONSZUSCHUSS BEG EM (BAFA)

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst das BAFA energetische Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle mit 20 % der förderfähigen Kosten, bis zu 12.000 Euro, sofern die Umsetzung die vorgeschriebenen technischen Mindestanforderungen erfüllt. Darüber hinaus werden die Ausgaben für einen Energieeffizienz-Experten mit bis zu 50 % der Kosten gefördert.


    INVESTITIONSZUSCHUSS BEG WG (KfW-PROGRAMM 461)

    Investitionszuschüsse für Komplettsanierungen zum Effizienzhaus werden von der KfW ausgeschüttet. Die förderfähigen Kosten betragen maximal 120.000 Euro bzw. 150.000 Euro (Erneuerbare-Energien-Klasse). Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem erreichten KfW-Effizienzhaus-Standard:

    • KfW-Effizienzhaus 40: 45 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 54.000 Euro für jede Wohneinheit
    • KfW-Effizienzhaus 55: 40 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 48.000 Euro für jede Wohneinheit
    • KfW-Effizienzhaus 70: 35 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 42.000 Euro für jede Wohneinheit
    • KfW-Effizienzhaus 85: 30 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 36.000 Euro für jede Wohneinheit
    • KfW-Effizienzhaus 100: 27,5 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 33.000 Euro für jede Wohneinheit
    • KfW-Effizienzhaus Denkmal: 25 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 30.000 Euro für jede Wohneinheit
    • Baubegleitung: 50 % von maximal 10.000 Euro förderfähigen Kosten, bis zu 5.000 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser

    KREDIT BEG WG & BEG EM (KfW-PROGRAMME 261/262)

    Die KfW vergibt Kredite für Hausbesitzer, die ihre vier Wände ganz oder teilweise modernisieren möchten. Dabei profitieren sie nicht nur von einer langen Zinsbindung und niedrigen Zinsen, sondern erhalten nach Fertigstellung auch einen Tilgungszuschuss. Der zurückzuzahlende Betrag wird um diesen Zuschuss reduziert und somit auch die Laufzeit verkürzt.

    Die Darlehenssumme für Komplettsanierungen beträgt maximal 120.000 Euro bzw. 150.000 Euro (Erneuerbare-Energien-Klasse), der Höchstbetrag für Einzelmaßnahmen liegt bei 60.000 Euro.

    Daneben wird auch die Baubegleitung durch einen Energieberater gefördert. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern liegt der maximale Kreditbetrag bei 10.000 Euro (Komplettsanierung) bzw. bei 5.000 Euro (Einzelmaßnahmen). Der Tilgungszuschuss beträgt hier maximal 50 % (bis zu 5.000 Euro für Sanierungen zum Effizienzhaus, bis zu 2.500 Euro für einzelne Maßnahmen).

    Folgende Einzelmaßnahmen werden bei der BEG mit einem Darlehen gefördert:

    • Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen, Keller- und Geschossdecken
    • Erneuerung bzw. Einbau von Fenstern und Außentüren
    • Einbau bzw. Erneuerung des sommerlichen Wärmeschutzes
    • Optimierung der Heizungsanlage
    • Erneuerung bzw. Einbau einer Lüftungsanlage
    • Einbau digitaler Systeme zur Optimierung des Energieverbrauchs sowie zur smarten Steuerung technischer Anlagen

    Um von der Kreditförderung zu profitieren, müssen die genannten Einzelmaßnahmen ebenfalls bestimmte technische Mindestanforderungen erfüllen.

    Der Tilgungszuschuss für die energetische Sanierung gliedert sich wie folgt:

    • KfW-Effizienzhaus 40: 45 % der Darlehenssumme, bis zu 54.000 Euro für jede Wohneinheit
    • KfW-Effizienzhaus 55: 40 % der Darlehenssumme, bis zu 48.000 Euro für jede Wohneinheit
    • KfW-Effizienzhaus 70: 35 % der Darlehenssumme, bis zu 42.000 Euro für jede Wohneinheit
    • KfW-Effizienzhaus 85: 30 % der Darlehenssumme, bis zu 36.000 Euro für jede Wohneinheit
    • KfW-Effizienzhaus 100: 27,5 % der Darlehenssumme, bis zu 33.000 Euro für jede Wohneinheit
    • KfW-Effizienzhaus Denkmal: 25 % der Darlehenssumme, bis zu 30.000 Euro für jede Wohneinheit
    • Einzelmaßnahmen: 20 % der Darlehenssumme, bis zu 12.000 Euro für jede Wohneinheit



    WIE SIE EINE FÖRDERUNG BEANTRAGEN

    Bitte informieren Sie sich noch vor der Beantragung detailliert über das Programm Ihrer Wahl. Hierzu stellen KfW und BAFA auf ihren Webseiten Merkblätter zum Download zur Verfügung. Erfüllen Sie alle dort beschriebenen Anforderungen, ist der erste Schritt der Weg zu einem qualifizierten Energieberater, welcher in der Expertenliste für Förderprogramme des Bundes bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) geführt sein muss. "Denn es ist Pflicht, für die Beantragung einer Förderung einen Energieberater zu beauftragen", erläutert Ralf Preußner von der KfW. Bauliche und insbesondere energetische Maßnahmen beeinflussen stets das Gesamtgefüge eines Gebäudes, sodass Maßnahmen an der Gebäudehülle und der Anlagentechnik (Heizung) im Zusammenhang zu betrachten sind. Dies ist Aufgabe des Energieberaters, da die gesamthaften Auswirkungen auch die einzelnen Gewerke nicht immer Blick haben. Neben der Planung gehören dazu auch die Begleitung im Bauablauf und die Abnahme der energetischen Baumaßnahmen. Der Energieberater stellt Ihnen eine sogenannte Bestätigung zum Antrag (BzA) für die KfW-Förderung bzw. eine technische Projektbeschreibung (TPB) für BAFA-Zuschüsse aus. Erst danach können Sie die gewünschte Förderung beantragen. Den Vertrag für Ihren Kredit schließen Sie direkt mit Ihrem Finanzierungspartner ab. Den Zuschuss für die Komplettsanierung zum Effizienzhaus können Sie direkt im KfW-Zuschussportal beantragen, den Investitionszuschuss für Ihre Einzelmaßnahme beantragen Sie über das Online-Formular des BAFA. Sobald Sie die Zusage zur Förderung erhalten haben, kann die Sanierung beginnen. Nach Abschluss der Arbeiten und der Abnahme erhalten Sie von Ihrem Energieberater für die Förderung der KfW die Bestätigung nach Durchführung (BnD) oder analog dazu für die BAFA-Bezuschussung den sogenannten technischen Projektnachweis (TPN), die Sie an Ihren Finanzierungspartner, die KfW oder das BAFA weiterleiten. Anschließend werden die beantragten Zuschüsse als Sondertilgung auf den Kredit verrechnet beziehungsweise an Sie ausgezahlt.




    SCHRITT FÜR SCHRITT ZUM FÖRDERANTRAG

    In dieser Übersicht haben wir die wichtigsten Schritte auf Ihrem Weg zur Förderung als PDF zusammengefasst. Alternativ können Sie sich auch alles online in unserem Beitrag nachlesen.



    BEG ODER STEUERFÖRDERUNG: WELCHE FÖRDERUNG PASST ZU MEINER SANIERUNG?

    Hausbesitzer, die sich für eine energetische Sanierung entscheiden und gerne Unterstützung bei der Finanzierung dieser Maßnahme möchten, müssen sich zwischen einer Kreditförderung, einem Investitionszuschuss oder der steuerlichen Förderung entscheiden. Welche Fördermaßnahme allerdings die geeignetste ist, ist individuell verschieden:

    • Welche Förderung rechnet sich für mich am meisten?

      Gerade für diejenigen, die eine energetische Maßnahme durchführen möchten, aber aktuell nicht genug auf der hohen Kante haben, um die Investition selbst zu stemmen, eignet sich ein Kredit der KfW. Dieser deckt die Ausgaben für die Sanierung vollständig ab und kann zu fairen Konditionen abbezahlt werden.

      Um sich hingegen zwischen Zuschuss- und Steuerförderung entscheiden zu können, sollten Sie vorab durchrechnen (lassen), welche Fördervariante für Sie am günstigsten ist. Ihr Energieberater unterstützt Sie dabei, die passende Förderung zu finden. Zusätzlich erhalten Sie mit unserem Steuerrechner eine erste Einschätzung, wieviel Geld sich mit der steuerlichen Förderung einsparen lässt.
       
    • Energieberatung – ja oder nein?

      Förderungen im Sinne der BEG können Sie nur dann in Anspruch nehmen, wenn Sie einen Energieberater hinzuziehen, der Sie bei der Planung und Ausführung unterstützt. Die Steuerförderung hingegen können Sie auch dann in Anspruch nehmen, wenn Sie sich gegen die fachliche Unterstützung eines Energieeffizienz-Experten entscheiden.

      Aber: Auch wenn es für die Steuerförderung nicht verpflichtend ist, ist es ratsam, einen qualifizierten Energieberater hinzuzuziehen, welcher die Qualität der Baumaßnahmen sichert, um eine effiziente Ausführung und eine lange Lebensdauer zu gewährleisten. Zudem sind 50 % Kosten für den Energieberater im Jahr des Abschlusses der Sanierung ebenfalls steuerlich absetzbar.



    Ralf Preußner (© KfW Bankengruppe / Thorsten Futh)
    Ralf Preußner (© KfW Bankengruppe / Thorsten Futh)


    „Im Nachhinein sind die meisten der Meinung, dass es eine gute Entscheidung war, einen Energieberater zu engagieren.“

    – Ralf Preußner, Produktmanager im Bereich Energieeffizient Bauen und Sanieren bei der KfW




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    13.08.2021 12:30:19

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