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DIE RICHTIGE DÄMMSTOFFDICKE

Vierzehn Zentimeter oder besser mehr? Diese Frage stellen sich viele Hausbesitzer beim Thema Dämmung. Wir haben die Antwort!


WIE VIEL IST RICHTIG?

Wenn es ums Dämmen geht, fragen sich viele Haus­besitzer genau das. Doch eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Bei der Bestimmung der optimalen Dämm­stoffdicke müssen verschiedene Aspekte in die Über­legung mitein­bezogen werden: Wie ist der energetische Zustand des Gebäudes vor der Dämmung? Will ich Förder­programme in Anspruch nehmen? Ist ausreichend Platz vorhan­den?

Klar ist: Zu Dämmen spart Energie und ist deswegen eine Ent­scheidung für mehr Klima­schutz. Besonders bei älteren Gebäuden wirkt sich eine nach­trägliche Dämmung, unab­hängig von der letzt­endlichen Dicke oder Aus­führung, positiv auf die Heiz­kosten aus und schont wert­volle Ressourcen. Wichtig ist, dass für jedes indivi­duelle Gebäude die optimale Lösung gefunden wird. Am besten lassen Sie sich von einem Energie­berater oder quali­fizierten Fachhand­werker beraten. Denn so machen Sie das meiste aus Ihrer Investition.


WÄRMELEITFÄHIGKEIT, WLS, U-WERT: WAS IST DAS EIGENTLICH?

Im Zusammen­hang mit Dämm­stoffstärke fallen häufig für den Laien eher "kryptische" Begriffe. Egal ob beim Kauf, bei der Beratung durch den Fach­handwerker oder den Energie­berater, bei der Beantragung von Förder­mitteln oder im Gesetz – ein grobes Verständnis für einzelne Fach­begriffe ist von Vorteil. Hier ein kurzer Über­blick:

  • λ-Wert (Wärme­leit­fähigkeit)

Dieser Wert gibt an, wie gut Material Wärme leitet – oder eben nicht. Je niedriger der λ-Wert aus­fällt, desto besser dämmt das Material. Die Einheit hierbei lautet "Watt pro Meter und Kelvin" (W/(m*K)). Alle europäisch genormten Dämm­stoffe müssen gemäß der EU-Bauprodukten­verordnung Angaben vom Hersteller zum Nennwert der Wärme­leitfähigkeit (λD) enthalten, anhand derer der Planer den späteren Wärme­durchgangs­koeffizienten der gedämmten Wand berechnen kann.

Auf dem λ-Wert basieren auch die jetzige WLS (Wärme­leitfähigkeits­stufe) und die frühere WLG (Wärme­leitfähig­keitsgruppe). Diese beiden Angaben dienen zur Produkt­beschreibung eines Dämmstoffes. Ein Baustoff mit einer Wärme­leitfähig­keit von 0,036 W/(m*K) – hierbei wird immer auf drei Nachkomma­stellen gerundet – wird als WLS 036 gekenn­zeichnet.  Mit diesem Wert wird in Deutsch­land gerechnet und der Wärme­schutz nachgewiesen. Er ist immer höher (also schlechter) als der Nenn­wert der Wärme­leitfähig­keit. Hier gilt ebenfalls: Je kleiner der Wert, desto besser die Dämm­eigenschaften, wobei Schritte von 0,001 möglich sind. Die Wärme­leitfähigkeits­stufe entspricht dem sogenannten Bemessungs­wert der Wärme­leitfähig­keit.

WLG war die vor Ein­führung der WLS gängige Kenn­zeichnung, die heute kaum noch angewendet wird. Sie funktioniert ähnlich wie die Einordnung in WLS, allerdings in 0,005er-Schritten. Folglich gilt: 0,036 W/(m*K) ≙ WLS 0,036 ≙ WLG 040. Doch Vorsicht: Haus­besitzer sollten immer die WLS für ihre Betrachtung verwenden.

  • U-Wert (Wärme­durchgangs­koeffizient)

Mit diesem Wert wird angegeben, wieviel Wärme zwischen der Innen- und der Außen­seite des Gebäudes verloren geht. Er wird im Bau­wesen klassischerweise in der Einheit "Watt pro Quadrat­meter und Kelvin" (W/(m²*K)) angegeben und kann aus dem ƛ-Wert und der Dicke des Materials berechnet werden.




KURZ ZUSAMMENGEFASST:
DAS SOLLTEN SIE WISSEN

Je kleiner die WLS bzw. WLG, desto besser dämmt der Dämmstoff bei gleicher Dicke.
Je kleiner der U-Wert, desto geringer sind die Wärmeverluste.




Der U-Wert gibt an, mit welcher Leistung die Wärme durch die Wand – also Mauerwerk, Dämmung, Putz usw. – abgegeben wird.
Der U-Wert gibt an, mit welcher Leistung die Wärme durch die Wand – also Mauerwerk, Dämmung, Putz usw. – abgegeben wird.

DAS SCHREIBT DAS GESETZ VOR

Im Energie­einsparrecht werden für Änderungen an bestehenden Gebäuden maximale U-Werte vorge­schrieben. Bei Außen­wänden beträgt dieser 0,24 W/(m²*K). Das bedeutet, selbst wenn ursprüng­lich lediglich eine Fassaden­sanierung geplant war, muss bei älteren Gebäuden in der Regel nachträg­lich eine Dämmung angebracht werden. Hierbei ist die Dämm­stärke so zu wählen, dass der U-Wert der Außen­wand von 0,24 W/(m²*K) erreicht oder sogar unterschritten wird. Ansonsten können Buß­gelder drohen. Um auf der sicheren Seite zu sein, ist es deswegen ratsam, sich an einen Energie­berater oder Fachhand­werker zu wenden.






KURZ ZUSAMMENGEFASST: MAXIMALWERTE

0,24 W/(m²*K): gesetzlich vorgeschriebener Maximalwert
0,20 W/(m²*K): Maximalwert für staatliche Förderungen





TYPISCHE DÄMMSTOFFDICKEN

Mithilfe der Tabelle können Sie ein Gefühl dafür bekommen, welchen Einfluss der U-Wert der bestehenden Wand und der ange­strebte U-Wert auf die Dämm­stoffdicke haben. Die größte Stell­schraube ist jedoch sicherlich die Dämm­leistung. Wer sich für einen Dämm­stoff einer niedrigen WLS entscheidet, profitiert von geringeren Stärken. Dies kann auch bei wenig verfügbarem Platz von Vorteil sein.

Ein Lese­beispiel: Bei einer 25 cm dicken Betonwand ist gemäß den gesetzlichen Vor­schriften und bei einem Dämm­stoff der WLS 040 eine Stärke von 15 cm oder dicker erforderlich.

Bei der Tabelle handelt es sich um eine vereinfachte Rechnung. Die angegebene Dämmstoffstärke ist hier eine Mindeststärke. Andere Faktoren wie Putz und Mörtel wurden nicht berücksichtigt. Sie ist aus diesem Grund nicht als Handlungs­empfehlung zu verstehen. Im Zweifels­fall ziehen Sie bitte einen Energie­berater zurate.


MEHR IST NICHT IMMER BESSER

Eine dickere Dämmung bedeutet höhere Ein­sparungen? Auch hier ist es nicht ganz so einfach. Je ambitionierter der Ziel-U-Wert gewählt wird, desto mehr Dämm­stoff muss eingesetzt werden – jedoch ist der Anstieg nicht linear. Ein Bei­spiel: Sind bei einem angestrebten U-Wert von 0,020 W/(m²*K) beispielsweise nur 15 cm nötig, sind es bei einem U-Wert von 0,010 W/(m²*K) bereits 33 cm (zur Erinnerung: je kleiner der Wert, desto besser). Der Zusatzaufwand, der für die Herstellung nötig ist, und die Einschränkungen, die eine derart dicke Dämmung mit sich bringen, stehen dann in keinem Verhältnis mehr zu den geringen zusätz­lichen Energie­einsparungen. Wer also der Umwelt etwas Gutes tun und dennoch nicht über die Stränge schlagen will, orientiert sich an den Vorgaben der KfW und pro­fitiert von groß­zügigen Förder­geldern. Die besten Ergebnisse werden übrigens mit einem Gesamt­konzept erzielt – bestehend aus Dämmung, neuen Fenstern und Türen sowie moderner Anlagen­technik.




MIT EINER AUFDOPPLUNG RESSOURCEN SCHONEN

Seit Ende der 70er Jahre werden Neu­bauten in Deutsch­land gedämmt. Doch natürlich sind Dämmungen aus den 80er und 90er Jahren nicht annähernd so gut wie moderne WDVS, die in der Vergangen­heit stetig weiter­entwickelt wurden. Das bedeutet allerdings nicht, dass bei einer Sanierung die alte Dämmung entsorgt und gegen eine neue aus­getauscht werden muss. Statt­dessen gibt es einen goldenen Mittel­weg: Es ist möglich, auf ältere Dämm­systeme neue Dämm­schichten anzu­bringen. Diesen Vorgang nennt man "Aufdopp­lung". Auf diese Weise kann die Dämm­wirkung verbessert und gleich­zeitig Abfall vermieden werden.



WENN DER PLATZ NICHT REICHT

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass für den angestrebten U-Wert der Platz nicht reicht – beispiels­weise, wenn das Nach­bargrund­stück überbaut werden müsste. Hier haben zwar einige Bundes­länder eine Aus­nahmeregelung einge­führt, diese ist aber oft an Bedingungen geknüpft. Eine Innen­dämmung stellt eine Alternative dar. Prinzipiell gilt: Eine geringe Dämmung ist immer noch besser als keine Dämmung. Auch damit ist der Um­welt geholfen.



07.08.2020 16:49:40

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