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WIRTSCHAFTLICHKEIT
VON WÄRME­DÄMMUNG

Eine Studie des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e.V. München (FIW) belegt: Wärmedämmende Maßnahmen rechnen sich.


RENTIERT ES SICH FÜR MICH, MEIN HAUS ZU DÄMMEN?

Falls Sie als Hausbesitzer mit dem Gedanken spielen, das lieb gewonnene, aber in die Jahre gekommene Eigenheim zu modernisieren, fragen Sie sich wahrscheinlich: Rechnet sich eine energetische Sanierung überhaupt für mich? Und wenn ja, wie schnell?

 

Diese Fragen stellen sich wohl alle Hausbesitzer, die vor der Wahl “modernisieren – ja oder nein?” stehen. Aussagen über die Wirtschaftlichkeit energetischer Sanierungsmaßnahmen werden teils kontrovers diskutiert. Ein Grund dafür könnte sein, dass nicht bei jeder Untersuchung alle Faktoren vollständig berücksichtigt werden.

Die Studie zur “Wirtschaftlichkeit von wärmedämmenden Maßnahmen” zeigt den zum Teil starken Einfluss verschiedener Kenngrößen auf die Bewertung der Rentabilität. Durchgeführt wurde die Studie von Wissenschaftlern des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e.V. München (FIW), Auftraggeber war der Gesamtverband Dämmstoffindustrie (GDI) e.V. in Berlin.


NEUER ANSATZ FÜHRT ZU REALISTISCHEN WERTEN

Will man eine allgemeine Aussage treffen, ergeben sich zunächst einmal viele Unbekannte – die aktuell vorhandene Bausubstanz, klimatische Randbedingungen, aber naturgemäß auch finanzielle Aspekte wie Ihre Sanierungskosten, Kreditkosten und deren Laufzeiten sowie die beabsichtigte Nutzungsdauer. Und schließlich spielen langfristig verändernde Parameter wie schwankende Energiepreise oder die Realzinsentwicklung eine wichtige Rolle. “All diese Parameter sind zwingende Voraussetzung, um eine Wirtschaftlichkeitsbewertung tätigen zu können”, stellen die Autoren der Studie fest.

Der neue Ansatz: Bewusst berücksichtigen die FIW-Experten die Unsicherheit verschiedener Faktoren und ermitteln so das obere und das untere Ende eines Amortisationszeitraums, der eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 95 % aufweist, sowie seinen Mittelwert. Bislang wurden die Unsicherheiten oft ausgespart oder durch einseitige Annahmen ersetzt. Dieses Modell enthält alle Szenarien.


EINFLUSS ALLER PARAMETER AUF DIE AMORTISATIONSZEIT EINES WDVS:


Beispiel: nachträgliche Dämmung von Außenwänden, die zwischen 1977 und 1995 gebaut wurden. Die gelbe Linie zeigt die mittlere Amortisationszeit, die graue Fläche 95 % aller zu erwartenden Ergebnisse.
Beispiel: nachträgliche Dämmung von Außenwänden, die zwischen 1977 und 1995 gebaut wurden. Die gelbe Linie zeigt die mittlere Amortisationszeit, die graue Fläche 95 % aller zu erwartenden Ergebnisse.

DURCHSCHNITTLICHE AMORTISATIONS­ZEITEN AUF EINEN BLICK:

Auf Basis ihres neuen Ansatzes haben die FIW-Wissenschaftler durchschnitt­liche Amortisationszeiten für typische Sanierungsmaßnahmen berechnet.
Auf Basis ihres neuen Ansatzes haben die FIW-Wissenschaftler durchschnitt­liche Amortisationszeiten für typische Sanierungsmaßnahmen berechnet.

Für die Außenwanddämmung mit einem Wärmedämm-Verbundsystem ergibt sich, entsprechend den Anforderungen der Energieeinsparverordnung, ein großer Schwankungsbereich. Prinzipiell gilt: Je schlechter der energetische Ursprungszustand der Wand ist, desto schneller amortisiert sich eine Fassadendämmung.

Laut Studie ergeben sich im Durchschnitt die folgenden Amortisationszeiten:
 

  • Bei Außenwänden, die vor der ersten Wärmeschutzverordnung (WSchV) 1977 errichtet wurden, ergibt sich eine Amortisationszeit zwischen 4 und 10 Jahren. Am wahrscheinlichsten sind 6 Jahre.

  • Die nachträgliche Dämmung von zwischen 1977 bis 1995 gebauten Außenwänden amortisiert sich in der Regel zwischen 9 und 22 Jahren, typischerweise rechnet sie sich nach 14 Jahren.

  • Eine Dämmung der Kellerdecke von unten mit Bekleidung rechnet sich nach 6 bis 13 Jahren, der wahrscheinlichste Wert beträgt 8 Jahre.

  • Die Dämmung des Flachdachs amortisiert sich in Zeiträumen von 5 bis 13 Jahren, mit einem Mittelwert von 7 Jahren.

  • Die energetische Sanierung der obersten Geschossdecke zählt ebenfalls zu den wichtigsten Maßnahmen. Bei einer nicht begehbaren obersten Geschossdecke beträgt die Amortisationszeit 2 bis 5 Jahre (wahrscheinlich: 3 Jahre), bei einer begehbaren obersten Geschossdecke ergibt sich ein Zeitraum von 6 bis 15 Jahren (wahrscheinlich: 10 Jahre).



Gebäude aus den 50er Jahren haben üblicher­weise einen sehr viel niedri­geren Standard als Gebäude aus den 70er oder 80er Jahren, die meist bereits eine gewisse Mindestdämmung aufweisen.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer, Deutsche Umwelthilfe e.V.



FAZIT: ÜBER DIE GESAMTE LEBENS­DAUER BETRACHTET SPART DÄMMEN BARES GELD

Die Ergebnisse der Studie dürften vielen Hausbesitzer die Entscheidung erleichtern. Doch jede energetische Sanierungs­maßnahme rechnet sich in überschaubaren Zeiträumen, die zudem deutlich unter der Lebensdauer der jeweiligen Bauteile liegen. Diese beträgt bei Wärmedämm-Verbundsystemen laut Studien des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik beispielsweise über 40 Jahre.

Über die Gesamtlebensdauer spart Dämmen somit bares Geld – von weiteren Vorteilen wie einem höheren Wohnkomfort, mehr Behaglichkeit und einer Wertsteigerung der Immobilie ganz zu schweigen.



Studie: Wirtschaft­lichkeit von wärme­dämmenden Maß­nahmen

Eine Studie des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e.V. München (FIW).



27.04.2017 22:19:26