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HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Verlassen Sie sich nicht aufs Hörensagen – hier die Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Dämmen


HIER FINDEN SIE ANTWORTEN AUF DIE HÄUFIGSTEN FRAGEN ZUM THEMA DÄMMEN

Mit einer Fassadendämmung lässt sich Energie und damit Geld sparen – das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Wenn es jedoch um Details geht, sollte man genauer nachfragen! Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Dämmen im Speziellen sowie zur energetischen Sanierung im Allgemeinen.






BESTÄNDIGKEIT, RÜCKBAU UND RECYCLING

Ist das zur Fassadendämmung verwendete Material recycelbar?

Forschung und Industrie arbeiten an sehr erfolgversprechenden Methoden, organische und mineralische Dämmstoffe in einen Verwertungskreislauf zurückzuführen. Technisch ist das bereits erprobt, doch sind derzeit die Rückbaumengen noch zu zu klein, um ein wirtschaftliches Recycling zu betreiben.

Polystyrol ist ein organischer Dämmstoff und besteht zu fast 99 % aus Luft, der Rest aus Mineralöl. Die thermische Verwertung ist nahezu rückstandsfrei und erzeugt wiederum Energie, die für Fernheizung oder Stromgewinnung genutzt wird.



Wie ist die ökologische Bilanz des Dämmstoffs Polystyrol?

Ökologisch gesehen hat der Dämmstoff Polystyrol eine hervorragende Bilanz. Die Energie, die er zur Herstellung benötigt, hat er durch seine Dämmwirkung und die damit verbundene Heizenergieeinsparung in der Regel bereits nach ca. zwei bis drei Jahren egalisiert.

Polystyrol wird aus Erdöl hergestellt. Am Ende seines Lebens wird es der thermischen Verwertung zugeführt, d. h. es passiert nichts anderes mit dem Rohstoff als sonst – er wird nämlich verbrannt, um Wärme zu gewinnen. Dabei werden alle Inhaltsstoffe und Additive restlos zerstört.

 

Ist die Lebensdauer eines WDVS kürzer als bei anderen Wandaufbauten?

Nein. Wärmedämm-Verbundsysteme haben die gleiche Lebensdauer wie konventionelle Fassaden. In Deutschland stehen rund 19 Millionen Wohngebäude mit rund 40 Millionen Wohnungen. Etwa ein Drittel davon ist gedämmt. Erfahrungen aus 50 Jahren mit mittlerweile einer knappen Milliarde Quadratmetern verbautem WDVS in Deutschland zeigen, dass es sich um ein bewährtes System mit minimaler Schadensbilanz handelt.

Mechanische Schäden durch Sturm, Regen oder Hagel treten nicht häufiger auf als bei anderen Fassaden. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) gibt eine Nutzungsdauer von mindestens 40 Jahren an. Auch eine Langzeitstudie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP) hat ergeben, dass Fassaden mit Dämmsystemen nicht schadensanfälliger sind als konventionell verputzte Fassaden.



GÄNGIGE GEGEN­ARGUMENTE

Begünstigt die Fassadendämmung Schäden durch Spechtlöcher?

Schäden durch Löcher, die von Spechten verursacht wurden, sind kein Dämmstoff- oder Polystyrol- (“Styropor-”)spezifisches Thema, da sie auch bei Bekleidungen oder Verschalungen mit z. B. Brettern oder Holzwerkstoffen auftreten.

Die Gefahr von Spechtschäden an WDVS kann vermindert werden, wenn eine ausreichend dicke Putzschicht aufgetragen wird. Dadurch klingt der Wandaufbau nicht mehr “hohl”, was den Versuch der Benistung der Fassadenfläche unwahrscheinlicher macht. Außerdem bietet eine zusätzliche Armierungsschicht ein Plus an Schlagfestigkeit.

 

Hat die energetische Sanierung eine “gesichtslose” Einheits-Architektur zur Folge?

Nein, in vielen Fällen ist sogar genau das Gegenteil der Fall, und die Fassadendämmung führt zu einer ästhetischen Aufwertung. Im Fassadenbereich bietet sich für eine energetische Sanierung eine Vielzahl an Möglichkeiten und eine breite Auswahl an Fassadensystemen aus unterschiedlichen Putzen, Farben und Oberflächen­beschaffenheiten an. Sie reichen von Metalloberflächen und Holz über mineralische Systeme bis zu traditionellen Klinker-Fassaden.

Es ist u. a. Aufgabe des Architekten und Planers, die technischen Möglichkeiten einer energetischen Sanierung verantwortlich und im Sinne seines Auftraggebers zu nutzen. Auch bei denkmalgeschützten Gebäuden gilt: Ästhetik und energetische Sanierung schließen sich keineswegs aus. Zudem bietet die KfW-Bank für denkmal­geschützte Gebäude spezielle Förderprogramme, die auf die besonderen Erfordernisse dieser Gebäude zugeschnitten sind.



Verursacht Wärmedämmung Algen auf der Fassade?

Nein. Algenbildung an Fassaden ist ein allgemeines Problem, welches ebenso an einfach verputzten Fassaden oder massiven Steinfassaden auftreten kann. Algen treten heute generell häufiger als früher auf. Grund: Unsere Luft ist sauberer geworden, weil sie heute weniger Schwefeldioxid enthält. Das führt zu einem besseren Wachstumsklima – auch für Algen.

Geringere Oberflächentemperaturen begünstigen zwar die Taubildung an der gedämmten Fassadenoberfläche, aber auch ungedämmte Bauteile weisen bei entsprechenden Rahmenbedingungen Algenbewuchs auf. Algen sind ein optisches Problem, dem bereits bei der Konstruktion eines Gebäudes begegnet werden kann. Beachtet man bestimmte Details in der Planung (wie ausreichenden Dachüberstand) sowie bei der Ausführung und Materialauswahl, kann das Risiko von Algen und Pilzbefall deutlich reduziert werden. Algen und Pilze gelangen durch konstruktive Schwachstellen (z. B. durch Kontakt mit ablaufendem Wasser) und externe Einwirkung auf die Fassade und breiten sich dort weiter aus. Um Algenbefall an der Fassade bestmöglich zu unterbinden, bieten die Dämmsystem-Hersteller Oberputzsysteme mit unterschiedlichen Wirkungsweisen an.

 

Kann eine gedämmte Wand nicht mehr atmen?

Eine Wand kann im Sinne des Luftaustauschs grundsätzlich nicht atmen, egal ob gedämmt oder ungedämmt. Die Behauptung, Wände müssten atmen, ist in jeder Hinsicht ein Irrtum, der nach wie vor viele Menschen von notwendigen Dämmmaßnahmen abhält und so für mangelnde Behaglichkeit und vermeidbare Heizkostenbelastungen verantwortlich ist. Wände lassen zwar eine geringe Menge (max. 2 %) an Wasserdampf diffundieren. Diese geringen Mengen haben jedoch für das Raumklima keinerlei Bedeutung. Frischluftzufuhr und Abtransport von Feuchtigkeit funktionieren nur über die Fenster oder über eine automatische Lüftungsanlage – im gedämmten wie im ungedämmten Haus.

 

Wird das Brandrisiko durch eine Fassadendämmung erhöht?

Nein, das Brandrisiko wird nicht erhöht. Bauaufsichtlich zugelassene Wärmedämm-Verbundsysteme sind bei sach- und fachgerechter Ausführung hinreichend sicher. Sämtliche in Deutschland erhältlichen Dämmsysteme entsprechen den Anforderungen an den baulichen Brandschutz gemäß den geltenden Landesbauordnungen und sind somit hinreichend sicher.

Nur bei 2,255 Promille(!) aller rund 180.000 Brandfälle im Jahr sind Dämmstoffe beteiligt, meist an unfertigen oder nicht fachgerecht ausgeführten Dämmungen. Wer auch diese Gefahr ausschließen will, greift auf nicht brennbare Dämmstoffe zurück.

 

Zieht Wärmedämmung Schimmel an?

Nein. Das Risiko einer Schimmelbildung im Innenraum ist bei außenseitig gedämmten Wänden deutlich geringer als bei ungedämmten. In unseren Häusern und Wohnungen produzieren wir ständig Feuchtigkeit: Eine vierköpfige Familie erzeugt nach Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik pro Tag bis zu zwölf Liter Wasserdampf durch Atmen, Schwitzen, Kochen oder Duschen. Die mit Wasserdampf angereicherte Raumluft schlägt sich, wenn sie nicht durch Lüften ausgetauscht wird, an kühlen Stellen im Raum nieder.

Meist sind das die ungedämmten Außenwände, deren Ecken sowie Kältebrücken wie z. B. Fenstersimse. Das geschieht besonders in der kalten Jahreszeit. Ein konsequenter Wärmeschutz durch die Dämmung der Außenwände hält die Oberflächentemperaturen der Innenwände auch im Winter hoch, sodass sich hier keine erhöhte Feuchtigkeit niederschlagen und nachfolgend kein Schimmelpilz bilden kann.



GESETZGEBUNG UND FÖRDERUNG

Welche Rolle spielt die EnEV beim Thema Wärmedämmung?

Die Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden ist eine nationale Durchführungsverordnung. Ziel der nationalen Energieeinsparverordnung (EnEV) ist es, die Einsparung von Heiz- und Kühlenergie und damit die Reduzierung des CO₂-Ausstoßes durch baulichen Wärmeschutz zu sichern. Die Bundesregierung beabsichtigt, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Zur Umsetzung der EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und der Energiewende wird die EnEV stufenweise angepasst.




MATERIALIEN UND SYSTEM

Lässt sich auch eine “alte” Fassadendämmung auf den heutigen Stand bringen?

Ja. Und das ist gut so, denn die Anforderungen an Energieeffizienz sind stark gestiegen. Waren in den 1970er Jahren noch Dämmstärken von 5 cm üblich, sind es aktuell im Bundesdurch­schnitt über 12 cm. Ein “Upgrade” eines bestehenden Systems ist möglich. Dazu wird mit dem sogenannten Aufdopplungs­erfahren auf die bestehende eine weitere Dämmung montiert. Auch hier kann ein Energieberater die richtigen Empfehlungen geben.



Wie und mit welchen Materialien wird gedämmt?

Es werden sogenannte Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) auf das tragende Mauerwerk eines Gebäudes montiert. Ein WDVS besteht aus verschiedenen, detailliert aufeinander abgestimmten Komponenten. Dazu zählen Klebeschicht und Dübel, Dämmplatten, Unterputz (Armierung) und Oberputz (Fassadenputz). Die bei der Dämmung von Außenwänden am häufigsten verwendeten Dämmstoffe sind aus EPS (Expandiertes Polystyrol) und Mineralwolle. Ebenfalls angeboten werden XPS (Extrudiertes Polystyrol), PUR (Polyurethan), Mineralschaum­dämm­platten, Hanffaser- sowie Holzweichfaser­platten u. v. m.



Wie ausgereift sind die Systeme zur Fassadendämmung heute?

Die ersten Fassadendämmungen wurden bereits Mitte der 1960er Jahre ausgeführt. Das heißt: Dämmsysteme sind erprobt und wurden seit den Anfangszeiten ständig weiterentwickelt und optimiert. Bei knapp einer Milliarde Quadratmeter verlegten WDVS ist das auftretende Schadensbild minimal und fast ausschließlich auf Verarbeitungsfehler oder mangelnde Wartung zurückzuführen.




WÄRMEDÄMMUNG IM VERGLEICH

Ist Wärmespeicherung wichtiger als Wärmedämmung?

Die Speicherung von Wärme (z. B. im Mauerwerk) liefert im Gegensatz zur Wärmedämmung keinen besonderen Beitrag zum Energiesparen. Eine Speichermasse wie beispielsweise eine dicke Wand kann nur verzögernd auf den Temperaturverlauf im Haus wirken, nicht aber Energieverluste verhindern.

Dabei muss jeder Speicher zunächst aufgeladen werden. Wie schnell er sich wieder entlädt, hängt von seiner Speichermasse, von seiner Oberfläche sowie von seinem Material mit dessen äußerer Wärmedämmung ab. Beispiel: Obwohl Kirchen in der Regel sehr dicke Außenmauern haben, ist es innen im Winter dauerhaft und unangenehm kalt. Auch im Sommer erwärmen sich durchgekühlte, dicke Wände nur äußerst langsam. Auch bei Wohngebäuden heißt das, dass massive Außenbauteile zwar zu einer erheblichen zeitlichen Verzögerung beim Abkühlen oder Aufheizen der Raumluft führen; sie tragen jedoch nicht zur Energieeinsparung bei. Dicke Mauern allein sind kein Wärmeschutz im eigentlichen Sinn.

 

Sperrt eine Dämmung solare Wärmegewinne aus?

In der Heizperiode ist die durch eine Wärmedämmung eingesparte Energiemenge wesentlich größer als der solare Zugewinn an Energie über die Außenbauteile. Es ist richtig, dass eine ungedämmte Wand auch während der Heizperiode Energie durch die Sonnenstrahlung von außen aufnimmt und dass eine Wärmedämmung diese Aufnahme deutlich reduziert. Der mit Sonneneinstrahlung verbundene Energiegewinn ist jedoch äußerst gering, weil die im Winter sehr niedrig stehende Sonne kaum Wärme spendet. Im Vergleich dazu ist die Energiemenge, welche die Wärmedämmung eingespart, um ein Vielfaches größer.



WIRTSCHAFTLICHKEIT UND AMORTISATION

Rechnet sich denn Wärme­dämmung überhaupt?

Die Frage der Wirtschaftlichkeit lässt sich immer nur im Einzelfall beantworten, da sie von vielen objekt-spezifischen Eigenheiten beeinflusst wird.

Wird die energetische Sanierung in eine allgemeine Modernisierung eingebunden, reduzieren sich die energierelevanten Kosten. Zahlreiche neutrale Studien, z. B. der Deutschen Energie-Agentur (dena) oder des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt legen dar, dass sich die Kosten für den reinen Wärmeschutz auf rund ein Drittel der Gesamtkosten einer Modernisierung reduzieren und sich in Abhängigkeit der Energiepreisentwicklung entsprechend schnell amortisieren.

Diese Amortisierungsdauer ist deutlich kürzer als die zu erwartende Lebensdauer der Bauteile. Darüber hinaus muss als weiterer wichtiger Einflussfaktor für die Berechnung der Rentabilität die Entwicklung der Energiepreise berücksichtigt werden.



Werden die errechneten Einsparungen durch eine Wärmedämmung tatsächlich erreicht?

Ja, das ist sowohl in der Forschung als auch in der Praxis längst bewiesen. Fakt ist, dass Wärmedämmung funktioniert und der Einspareffekt sich sehr wohl berechnen lässt. Voraussetzung dafür, dass Theorie und Praxis gut übereinstimmen, ist eine sorgfältige Planung und Ausführung der Wärmedämmung durch zertifizierte Energieeffizienz-Experten bzw. qualifizierte Fachhandwerker.

Um den Einfluss einer Wärmedämm­maßnahme auf den Gesamtenergiebedarf eines Gebäudes zu berechnen, muss ein Energieberater zunächst sämtliche Daten wie die Größe und Beschaffenheit sämtlicher Außenbauteile sowie die Wirkung der Heizungsanlage und der Warmwasserbereitung erfassen. Diese Daten werden in einem Rechenverfahren so verarbeitet, dass sämtliche Energieverluste und Gewinne während einer Heizperiode dargestellt werden. Wenn man die Ausgangssituation gut abbildet und die berechneten Energiebedarfswerte mit den tatsächlichen Energieverbrauchswerten abgleicht, lässt sich die Auswirkung einer Dämm­maßnahme relativ einfach berechnen.




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05.05.2017 10:26:53