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EINBLASDÄMMUNG

Vorhandene Hohlräume für eine Dämmung nutzen


EINE GUTE KOMBINATION: HOHLRÄUME UND LOSES DÄMMMATERIAL

In vielen Gebäuden gibt es ungenutzte Hohlräume, beispielsweise Kriechböden und -keller, zwischen Dachsparren oder Balken und – vor allem im Norden Deutschlands – in zweischaligem Mauerwerk. Die Einblasdämmung oder Kerndämmung ist eine bewährte Methode, mit diesen sonst leeren Bereichen kostengünstig und schnell wertvolle Heizenergie einzusparen.

Dabei werden durch kleine Löcher im Mauerwerk oder im Dachbereich mit einer luftbetriebenen Einblasmaschine über einen Schlauch Dämmstofffasern in die Hohlräume eingeblasen. Die Öffnungen werden anschließend wieder fest verschlossen. Bei ungenutzten Flächen, wie der obersten Geschossdecke und bei nicht bewohnten Dachböden sowie Kriechböden und -kellern, ist darüber hinaus auch das offene Aufblasen der Fasern möglich. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn viele Stützbalken oder ungleiche Geometrien das Auslegen von Roll- oder Mattendämmstoffen erschweren würden.


WANN KOMMT EINE EINBLASDÄMMUNG INFRAGE?

  • Wenn ausreichend tiefe Hohlräume im Mauerwerk vorhanden sind (nachträgliche Kerndämmung).

Die Hohlräume zwischen den beiden Mauerschalen sollten eine Mindesttiefe von etwa 40–50 mm aufweisen. Ist dies nicht gegeben, kann sich direkt am Einblasschlauch eine Art Pfropfen aus Dämmstoff bilden, der wiederum die Düse und schließlich den Schlauch verstopft.

© Knauf Insulation GmbH
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  • Wenn die Hohlräume stark ungleichmäßig, schwer zugänglich oder immer wieder von Trägerkonstruktionen durchbrochen sind.

Eine Einblasdämmung passt sich jeder Gefachtiefe und -form an: Soll zum Beispiel ein älteres Dach gedämmt werden, dessen Dachbalken nach vielen Jahren bereits durchhängen, können feste Dämmstoffe an ihre Grenzen stoßen, da sie entweder den vorhandenen Raum nicht voll ausnutzen oder verschiedene Dicken zum Einsatz kommen müssten. Auch bei unregelmäßigen Geometrien der Hohlräume und störenden Stützbalken kann loser Dämmstoff einfach eingeblasen werden und füllt den vorhandenen Raum vollständig aus.


  • Wenn mit geringem finanziellen und zeitlichen Aufwand die Energieeffizienz eines Gebäudes gesteigert werden soll.

Eine nachträgliche Kerndämmung eines Einfamilienhauses kann meist ganz ohne Gerüst innerhalb eines Tages “eingebracht” werden. Große bauliche Änderungen sind in der Regel nicht notwendig. Dadurch sinken die Kosten für die Maßnahme deutlich. Auch die Hausbewohner werden durch die Bauarbeiten nur geringfügig eingeschränkt. Lediglich die Staubbelastung bei stark staubenden Einblasdämmstoffen kann während der Arbeiten unangenehm sein.

© Knauf Insulation GmbH
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GRENZEN DER EINBLASDÄMMUNG

Bevor die Entscheidung für oder gegen eine Einblasdämmung getroffen wird, sollte immer die bauphysikalische Umsetzbarkeit der Maßnahme nachgewiesen werden. Denn im schlimmsten Fall kondensiert nach der Dämmmaßnahme die in der Luft gebundene Feuchtigkeit in der Wand bzw. im Dämmstoff. Schimmelbildung und damit einhergehend eine Schädigung der Bausubstanz wären die Folge. Soll dennoch Einblasdämmung zum Einsatz kommen, können in Einzelfällen einzelne Lagen (z.B. Ziegel, Lattung) zurückgebaut und eine nachträgliche Dampfbremse eingefügt werden. Eine Schüttdämmung auf bzw. unter Geschossdecken (bei Kriechböden und -kellern) ist dagegen meist unkritisch.

Darüber hinaus lässt sich die Energieeffizienz eines Gebäudes durch Einblasdämmung nicht beliebig steigern. Da zum Beispiel bei zweischaligem Mauerwerk die Hohlraumtiefe zwischen den beiden Mauerschalen die Dämmstoffdicke vorgibt, gibt es keinerlei Spielraum, wie stark gedämmt werden kann. Ist eine effizientere Wärmedämmung notwendig oder gewünscht, kann die Einblasdämmung durch ein weniger dickes Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) ergänzt werden.

Eine weitere Grenze wird durch die Zulassung gesetzt: Für die Dämmung von zweischaligem Mauerwerk sind nur anorganische und zusätzlich hydrophobe Dämmstoffe zugelassen, da sie sich andernfalls schnell mit Wasser vollsaugen und so nach einiger Zeit verrotten würden. Dies schließt in der Regel Einblasdämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen aus. Es ist deswegen wichtig, darauf zu achten, ob der gewünschte Dämmstoff auch für die jeweilige Anwendung zugelassen ist.



FÖRDERUNG VON EINBLASDÄMMUNG

Die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind technologieoffen und materialneutral. Deshalb ist eine Einblasdämmung prinzipiell förderfähig. Allerdings stellt die KfW spezielle Anforderungen an eine Kerndämmung. So muss bei der Wärmedämmung von Wänden die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffes weniger als oder genau 0,035 W/(m*K) betragen. Nur eine Wärmedämmung mit einem Dämmstoff, der diese Anforderung erfüllt, wird von der KfW gefördert.




EINBLASDÄMMUNG IST PROFI-SACHE

Auch wenn es auf den ersten Blick einfach erscheint: Eine Einblasdämmung muss unbedingt von gut ausgebildeten und erfahrenen Fachhandwerkern durchgeführt werden. Denn die spätere Qualität und Dauerhaftigkeit der Einblasdämmung ist unter anderem stark davon abhängig, wie viel Dämmmaterial eingeblasen wurde, genauer: welche Rohdichte die Einblasdämmung im eingebauten Zustand aufweist. Ist diese zu gering, können sich die Fasern mit der Zeit nach unten setzen. Das führt wiederum dazu, dass sich in den Hohlräumen oben kein Dämmstoff mehr befindet, hier die Wärme also ungehindert entweichen kann. Ein Profi hat Erfahrung, wie viel Dämmstoff eingeblasen werden muss. Wichtig ist zudem, dass der Dämmstoff nur von für das jeweilige Material geschulten Handwerkern eingebracht wird. Diese Schulungen werden vom Hersteller durchgeführt und zertifiziert. Hausbesitzer sollten also vor Beginn der Baumaßnahmen immer prüfen, ob der Handwerker das zum Dämmstoff passende Zertifikat vorweisen kann.



© Knauf Insulation GmbH
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NOCH EIN PAAR LETZTE FRAGEN: IST EINBLASDÄMMUNG EIGENTLICH...

  • ...lückenlos und kann das im Einzelfall überprüft werden?

Da sich der Dämmstoff im Idealfall ständig in geschlossenen Hohlräumen und Gefachen befindet, ist es für Hausbesitzer schwer, festzustellen, ob die zu dämmende Fläche auch wirklich lückenlos befüllt wurde. Hier gibt es die Möglichkeit, stichprobenweise Löcher zu bohren und die Dämmung dahinter zu überprüfen. Das ist allerdings eine Aufgabe für einen Fachmann, da im schlimmsten Fall der Dämmstoff entweichen kann. Aufnahmen mit einer Wärmebildkamera können ebenfalls Aufschluss über die Qualität der Dämmung im Fassaden- und Dachbereich geben. Auf den Aufnahmen ist leicht zu erkennen, an welchen Stellen die Wärme entweicht, und es kann folglich auf eine mangelhafte Dämmung geschlossen werden. Lediglich im Bereich der Geschossdecken und Zwischenwände ist ein Nachweis via Thermografie nicht zielführend, da die Temperaturunterschiede zu den angrenzenden Räumen zu gering sind.

  • ...dauerhaft?

 Wurden alle Voraussetzungen erfüllt – bauphysikalischer Machbarkeitsnachweis, notwendige Rohdichte und zugelassener Dämmstoff – ist eine Einblasdämmung über mehrere Jahrzehnte wirksam. Die Lebensdauer kann jedoch schnell abnehmen, dringt unvorhergesehen Feuchtigkeit in das Gefach. Dies gilt allerdings prinzipiell für jede Art von Wärmedämmung.

  • ...gesundheitlich unbedenklich?

Bei allen Dämmstoffprodukten, so auch bei Einblasdämmstoffen, sollten Hausbesitzer immer auf Gütesiegel und Zertifizierungen achten. Diese geben Auskunft darüber, wie nachhaltig und gesundheitlich unbedenklich der jeweilige Dämmstoff ist. Beispiele dafür sind der Blaue Engel, das natureplus-Zertifikat oder RAL-Gütezeichen.


09.09.2019 23:59:06