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Was Sie über die KfW-Förderung wissen müssen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt mit Zuschüssen und Krediten Privatpersonen bei der Sanierung ihrer Immobilien. Wer welche Mittel in Anspruch nehmen kann und was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie hier.


FÖRDERMITTEL DES BUNDES

Die KfW ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und als solche gesetzlich mit der Aufgabe betraut, Fördermaßnahmen durchzuführen. Auch die Förderung energieeffizienter Bau- und Sanierungsprojekte fällt in das Aufgabenspektrum der KfW. Private Bauherren unterstützt die KfW durch verschiedene Zuschüsse und zinsgünstige Kredite.

 

Die Höhe der Fördermaßnahmen richtet sich nach dem "Energieniveau", das das Haus oder die Wohnung mit den geplanten Maßnahmen erreichen wird. "Je höher der energetische Standard, desto höher fällt die Förderung aus", erklärt Ralf Preußner, Produktmanager im Bereich Energieeffizient Bauen und Sanieren bei der KfW. Als Maßstab dient der sogenannte KfW-Effizienzhaus-Standard. Er wird über zwei Werte definiert: den Transmissionswärmeverlust, also den Wärmeverlust durch die Gebäudehülle wie beispielsweise Fassaden und Fenster, und den Jahresprimärenergiebedarf. Eine Kennzahl gibt den jeweiligen Standard an – eine höhere Zahl bedeutet ein schlechteres, eine niedrigere Zahl ein besseres Energieniveau. Das KfW-Effizienzhaus 55 ist also energieeffizienter als das KfW-Effizienzhaus 100.


DAS ANGEBOT DER KFW IM ÜBERBLICK

KfW-Effizienzhäuser im Vergleich: Die Prozentzahlen beziehen sich auf die Werte des Referenzhauses.
KfW-Effizienzhäuser im Vergleich: Die Prozentzahlen beziehen sich auf die Werte des Referenzhauses.

Die Förderung der KfW gliedert sich in sogenannte Programme: "Für die Dämmung von Wohngebäuden kommen vor allem die Programme 151/152 und 430 in Frage. Ergänzend dazu gibt es noch das Programm 431", erläutert Preußner. Diese Programme, die unter der Bezeichnung "Energieeffizient Sanieren" zusammengefasst werden, lassen sich wiederum in verschiedene Stufen staffeln, die vom angestrebten KfW-Effizienzhaus-Standard abhängig sind. "Die Programme passen sich an die individuellen Anforderungen an", führt der Produktmanager der KfW aus. "Am Anfang steht immer die Frage: Was passt zu meinem Gebäude? Da fließen verschiedene Faktoren mit ein: Der bestehende Energiestandard und Bausubstanz, die Lage, die Kubatur usw. Die zweite Frage ist, welcher Standard angestrebt werden soll." Abhängig davon muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Maßnahme am besten zum Gebäude passt. Dabei bleibt die Wahl der Technologie dem Hausbesitzer überlassen, die Förderungen sind baustoffneutral.




PROGRAMM 151/152 - KREDIT

Hiermit werden sowohl die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus gefördert als auch Einzelmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, die die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) übertreffen, wie

  • die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken
  • die Erneuerung der Fenster und Außentüren oder der Heizungsanlage und
  • die Erneuerung bzw. der Einbau einer Lüftungsanlage.

Die maximale Höhe des Kredits beträgt bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 100.000 €, bei den Einzelmaßnahmen 50.000 € – jeweils pro Wohneinheit. Der Kreditnehmer profitiert dabei von niedrigen Zinsen (0,75 %) und einer langen Zinsbindung (10 Jahre). Außerdem gewährt die KfW Tilgungszuschüsse, deren Höhe vom KfW-Effizienzhaus-Standard abhängt:

  • KfW-Effizienzhaus 55: 27,5 % der Darlehenssumme, bis zu 27.500 Euro für jede Wohneinheit
  • KfW-Effizienzhaus 70: 22,5 % der Darlehenssumme, bis zu 22.500 Euro für jede Wohneinheit
  • KfW-Effizienzhaus 85: 17,5 % der Darlehenssumme, bis zu 17.500 Euro für jede Wohneinheit
  • KfW-Effizienzhaus 100: 15,0 % der Darlehenssumme, bis zu 15.000 Euro für jede Wohneinheit
  • KfW-Effizienzhaus 115: 12,5 % der Darlehenssumme, bis zu 12.500 Euro für jede Wohneinheit
  • KfW-Effizienzhaus Denkmal: 12,5 % der Darlehenssumme, bis zu 12.500 Euro für jede Wohneinheit
  • Heizungs-/Lüftungspaket: 12,5 % der Darlehenssumme, bis zu 6.250 Euro für jede Wohneinheit
  • Einzelmaßnahmen: 7,5 % der Darlehenssumme, bis zu 3.750 Euro für jede Wohneinheit

PROGRAMM 430 - INVESTITIONSZUSCHUSS

Der Investitionszuschuss eignet sich genau wie das Programm 151/152 für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus sowie die Umsetzung der genannten Einzelmaßnahmen. Dabei richtet sich die KfW ebenfalls nach dem erreichten Effizienzhaus-Standard:

  • KfW-Effizienzhaus 55: 30,0 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 30.000 Euro für jede Wohneinheit
  • KfW-Effizienzhaus 70: 25,0 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 25.000 Euro für jede Wohneinheit
  • KfW-Effizienzhaus 85: 20,0 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 20.000 Euro für jede Wohneinheit
  • KfW-Effizienzhaus 100: 17,5 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 17.500 Euro für jede Wohneinheit
  • KfW-Effizienzhaus 115: 15,0 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 15.000 Euro für jede Wohneinheit
  • KfW-Effizienzhaus Denkmal: 15,0 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 15.000 Euro für jede Wohneinheit
  • Heizungs-/Lüftungspaket: 15,0 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 7.500 Euro für jede Wohneinheit
  • Einzelmaßnahmen: 10,0 % Ihrer förderfähigen Kosten, bis zu 5.000 Euro für jede Wohneinheit

PROGRAMM 431 - ZUSCHUSS BAUBEGLEITUNG

Dieser Zuschuss kann nur in Verbindung mit den Programmen 151, 430 und 153 (Energieeffizient Bauen) genutzt werden. Förderfähig ist die Fachplanung und die qualifizierte Baubegleitung durch einen unabhängigen Energieeffizienz-Experten. Die Zuschüsse betragen 50 % der Kosten für den Energieeffizienz-Experten, aber maximal 4.000 € pro Vorhaben.

 

Alle Daten entnommen von: www.kfw.de

Stand Mai 2019




WIE SIE EINE FÖRDERUNG BEANTRAGEN

Bitte informieren Sie sich noch vor der Beantragung detailliert über das Programm Ihrer Wahl. Hierzu stellt die KfW auf ihrer Website Merkblätter zum Download zur Verfügung. Erfüllen Sie alle dort beschriebenen Anforderungen, ist der erste Schritt der Weg zu einem qualifizierten Energieberater. "Denn es ist Pflicht, für die Beantragung einer Förderung einen Energieberater zu beauftragen", erläutert Preußner. Bauliche und insbesondere energetische Maßnahmen beeinflussen stets das Gesamtgefüge eines Gebäudes, so dass Maßnahmen an der Gebäudehülle und der Anlagentechnik (Heizung) im Zusammenhang zu betrachten sind. Dies ist Aufgabe des Energieberaters, da die gesamthaften Auswirkungen auch die einzelnen Gewerke nicht immer Blick haben. Neben der Planung gehören dazu auch die Begleitung im Bauablauf und die Abnahme der energetischen Baumaßnahmen. Der Energieberater stellt Ihnen eine sogenannte Bestätigung zum Antrag (BzA) aus. Erst danach können Sie die gewünschte Förderung beantragen.

Da die KfW keine eigenen Filialen betreibt, können Sie den Kreditantrag einfach bei einem Finanzierungspartner Ihrer Wahl stellen. Darunter versteht die KfW unter anderem Sparkassen, Geschäfts- und Genossenschaftsbanken. Der Finanzierungspartner kümmert sich um die Weiterleitung des Antrags und wird Ihnen bei Fragen weiterhelfen. Den Investitionszuschuss beantragen Sie direkt bei der KfW über das Zuschussportal auf der KfW-Website. Haben Sie die Zusage der KfW erhalten, können Sie mit den Bauarbeiten starten. Nach Beendigung der Arbeiten erhalten Sie dann von Ihrem Energieberater die Bestätigung nach Durchführung (BnD), die Sie an Ihren Finanzierungspartner oder die KfW weiterleiten. Anschließend werden die beantragten Tilgungs- oder Investitionszuschüsse als Sondertilgung auf den Kredit verrechnet beziehungsweise an Sie ausgezahlt.



HIER IST VORSICHT GEBOTEN

  • Gefördert werden nur Gebäude, für die der Bauantrag vor dem 01.02.2002 gestellt wurde. Ferienhäuser und -wohnungen sind von einer Förderung ausgeschlossen.
  • Für Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, gelten andere Voraussetzungen.
  • Eine Förderung kann nicht nachträglich beantragt werden.
  • Eine Förderung kann steuerliche Folgen auslösen.
  • Der Energieberater muss aus der Liste der Energieeffizienz-Experten für die Förderprogramme des Bundes ausgewählt werden.


WELCHE PROGRAMME WERDEN HÄUFIG IN ANSPRUCH GENOMMEN?

2018 erhielten private Kunden insgesamt 117.915 Zusagen für Einzelmaßnahmen und 10.727 für die Sanierung zu Effizienzhäusern – dies entsprach einer Fördersumme von 2.315 Mio. €. "Im letzten Jahr war mit 2.079 Zusagen ganz klar das Effizienzhaus 70 die am häufigsten beantragte Kredit- und Zuschussstufe. Aber auch für Einzelmaßnahmen wie Fenster- oder Heizungserneuerungen wurden viele Förderungen beantragt", so der Mitarbeiter der KfW. Mit 47.117 Zusagen und einer Fördersumme von 574 Mio. € ist das Heizungspaket der klare Spitzenreiter unter den Einzelmaßnahmen. Auch die Baubegleitung zur Sanierung fand 2018 großen Anklang: 37.756 Anträge mit einer Summe von 119 Mio. € wurden bewilligt.


17563

Zusagen für Einzelmaßnahmen im Jahr 2018


WAS SPRICHT GEGEN EINE FÖRDERUNG DER KFW?

Natürlich entscheidet sich nicht jeder, der ein Haus sanieren will, für eine Förderung der KfW: "Es gibt drei Gründe für eine Ablehnung der Fördermaßnahmen, mit denen wir uns immer wieder konfrontiert sehen", führt Preußner an. Im Einzelnen sind dies:

  • "Die Anforderungen an die Sanierung sind technisch zu anspruchsvoll."

Die KfW fördert diejenigen Baumaßnahmen, die zu einem Energieniveau führen, das besser ist als von der aktuellen Gesetzgebung vorgeschrieben – derzeit die EnEV 2016. "Da bereits die Vorgaben der EnEV anspruchsvoll sind, kann eine weitere Steigerung der Energieeffizienz eines Gebäudes als komplex empfunden werden", bemerkt der Produktmanager der KfW. "Vor dieser Herausforderung schrecken einige Hausbesitzer zurück."

  • "Ich will keinen Energieberater beauftragen."

Die KfW bewilligt ausschließlich Anträge für Bauarbeiten, die von einem Energieberater begleitet werden. Für viele ist das ein finanzieller Mehraufwand, der nicht sein muss. "Das Thema energieeffizient Sanieren ist jedoch sehr vielschichtig: Einzelne Maßnahmen müssen aufeinander abgestimmt und Wechselwirkungen beachtet werden", so Preußner. Deswegen ist es nicht nur für den Antrag sinnvoll, wenn Hausbesitzer sich professionelle Unterstützung suchen. Der Produktmanager dazu: "Bis jetzt haben sich unsere Kunden sehr zufrieden mit dieser Regelung gezeigt. Im Nachhinein sind die meisten der Meinung, dass es eine gute Entscheidung war, einen Energieberater zu engagieren. Oftmals wurde sogar mehr gemacht als ursprünglich geplant. Leider haftet dem ungeschützten Beruf immer noch ein Negativimage an, dass mit ,unseren’ qualifizierten Energieeffizienz-Experten noch nicht differenziert genug wahrgenommen wird."



  • "Der Prozess der Beantragung ist zu komplex."

Die KfW stellt hohe Anforderungen an die Beantragung: Hausbesitzer müssen sich intensiv mit einem mehrere Seiten langen Merkblatt auseinandersetzen, ein Energieberater muss die beantragten Maßnahmen bestätigen und die Arbeiten begleiten. Oft ist Hausbesitzern der Aufwand zu groß. "Alle diese Vorgaben stellen die Qualität der Bauarbeiten sicher", gibt Preußner zu bedenken. "Der Staat will dadurch sicherstellen, dass durch die großzügige Förderung energetische Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden und somit die energiepolitischen Ziele unterstützen."



Ralf Preußner (© KfW Bankengruppe / Thorsten Futh)
Ralf Preußner (© KfW Bankengruppe / Thorsten Futh)


„Im Nachhinein sind die meisten der Meinung, dass es eine gute Entscheidung war, einen Energieberater zu engagieren.“

– Ralf Preußner, Produktmanager im Bereich Energieeffizient Bauen und Sanieren bei der KfW




IST EINE ABSCHAFFUNG DER FÖRDERUNG FÜR ENERGIEEFFIZIENTES SANIEREN GEPLANT?

Die klare Antwort: nein. In der "Förderstrategie Energieeffizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien" bekräftigt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dass die Förderungen fortgesetzt werden sollen. "Allerdings sollen die Programme neu strukturiert werden. Die Förderkomplexität wird als sehr hoch empfunden und auch als Förderdschungel bezeichnet", erklärt Preußner. "Die neuen Programme sollen einfacher, übersichtlicher und zielgruppengerechter werden." Wann dies der Fall sein wird, lässt sich jedoch noch nicht konkret sagen – anvisiert ist 2020.


22.07.2019 11:33:38