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25 JAHRE DÄMM-
ERFAHRUNG

Architekt Herbert Grießbach über seine Erfahrungen mit dem energieeffizienten Bauen und Sanieren.


WOHNEN IST KEIN PHYSIKALISCHER PROZESS

Ursprünglich hatten wir das Ziel, CO₂ einzusparen und Energie­einsparung voranzutreiben. Im Laufe der Jahre haben wir aber erkannt, dass es wesentlich wichtigere Dinge gibt, als “nur” Energie einzusparen. Wir bauen für Menschen. Unser wesentliches Ziel ist es, ein Wohnumfeld zu schaffen, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht, in dem sich die Menschen wohlfühlen und in dem nicht nur physikalische Prozesse reduziert werden.

von Herbert Grießbach

 

Vom energieeffizienten Bauen zur energetischen Sanierung

Ein Produkt, das wir hierzu verwenden, sind Wärmedämm-Verbundsysteme. Begonnen mit den üblichen sechs, acht oder zehn Zentimetern, sind wir dann ganz schnell bei 14 und 16 Zentimetern und schließlich über die Passivhausbauweise bei 30 Zentimetern gelandet. Seit über zehn Jahren setzen wir dieses System bei Altbauten ein. Am Anfang haben uns die Kollegen, milde ausgedrückt, für etwas sonderbar gehalten. Wir sind dennoch nicht von unseren Idealen abgewichen und haben das auch weiterhin so umgesetzt. Dass dies nun auch gesetzlich zur Norm wird, bestätigt uns in unserer Vorgehensweise.

 

Gedämmte Häuser müssen nicht hässlich sein

Wärmedämm-Verbundsysteme und Architektur an sich widersprechen sich nicht gegenseitig. Das haben viele Kollegen, die sich bis heute nicht an die Umsetzung wagen, nicht verstanden. Es sind natürlich zwischenzeitlich auch Stilblüten entstanden, die beweisen, dass Wärmedämm-Verbundsysteme auch hässlich aussehen können. Wärmedämm-Verbundsysteme schließen es aber architektonisch nicht aus, entsprechende Formensprachen sauber darzustellen.





Der Passivhausstandard ist nicht dem Neubau vorbehalten

Wir waren dann mit die Ersten überhaupt, die passivhaustaugliche Komponenten in die Altbausanierung übertragen haben. Wir haben das auch anhand eines Selbstversuchs durchgeführt. Sofort kamen wieder die gleichen Argumente von den Kollegen: Das Ganze sei zu schwierig und hätte keine Zukunft. In diesem vermeintlich abenteuerlichen Selbstversuch haben wir vor zehn Jahren in unserem eigenen Gebäude mit Mietwohnungen, Laden und Büro eine Energieeinsparung, ausgehend von ca. 340 kWh/m⊃2;a Heizenergieverbrauch vorher, von 24 kWh/m²a erreicht. Eine Verbesserung weit um den Faktor zehn, eher 15.

 

Gelebte Praxis

Wir als Architekten stehen nicht nur in der Theorie für diese Bauweise, wir haben sie nun auch im Selbstversuch erfolgreich angewandt. Wir wohnen nicht nur selbst im Gebäude, wir kennen auch die Erfahrungen unserer Mieter. Und diese sind vor allem mit dem dort vorherrschenden Wohlfühlklima äußerst zufrieden. Es gibt sogar Winter, in denen einzelne Wohnungen überhaupt nicht beheizt werden müssen. Probleme sind die Ausnahme. Mängel treten nur dann auf, wenn es Fehler bei der Planung oder Ausführung gibt – aber das betrifft den gesamten Bauprozess und nicht nur die Wärmedämm-Verbundsysteme. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Wärmedämm-Verbundsysteme schadenfrei herstellbar sind, es müssen jedoch entsprechende Fachleute und Fachhandwerker ausgesucht werden.

 

Fast durchweg positive Erfahrungen

Durch unsere fast durchgängig positiven Erfahrungen und durch unsere langjährige Praxis im Umgang mit diesen Systemen kann ich einzelne Medienberichte nicht ganz nachvollziehen. Ich habe auch noch keine entsprechenden Schäden, die von nistenden Spechten oder sonstigen Dingen ausgehen, feststellen können. Diese einseitige Berichterstattung finde ich deshalb schade.

 

Entscheidend ist die lückenlose Planung

Grundsätzlich sollten Wärmedämm-Verbundsysteme immer zusammen mit einem Fachplaner exakt geplant werden. Gerade bei Dämmsystemen bis 30 Zentimeter haben auch wir die Erfahrung gemacht, dass sämtliche Details vorher zusammen mit allen beteiligten Handwerkern exakt geplant sein müssen. Es darf keine Lücken im System geben. So müssen entsprechende Kleber auch vollflächig aufgetragen werden. Wichtig dabei ist, dass nicht unbedingt der Handwerker mit dem günstigsten Angebot den Auftrag erhält. Mit ausschlaggebend sollten z. B. auch dessen Referenzen sein.

 

Auch im Bestand einsetzbar

Wärmedämm-Verbundsysteme sind auch bei Sanierungen hervorragend einsetzbar, nur erfordert dies einen höheren Sachverstand und mehr Erfahrung. Auch dabei ist es aus gestalterischer Sicht wichtig, die Architektur der alten Häuser durch das Wärmedämm-Verbundsystem nicht komplett zu verändern. Es gilt, sich sorgfältig zu überlegen, wo und wie entsprechende Materialien eingesetzt werden. Auch hier gibt es genügend Erfahrungen, die deutlich belegen, dass es funktioniert.


ÜBER DEN AUTOR

Seit 25 Jahren arbeitet der Architekt zusammen mit seiner Frau in Freiburg in einem Büro, das sich auf energie­sparendes Bauen spezialisiert hat. Genauso lang kommen bereits Wärmedämm-Verbundsysteme in den Projekten des mehrfach ausgezeichneten Architekturbüros Grießbach + Grießbach zum Einsatz.


25.04.2017 17:10:47